Ginnheimer Blättche, Ausgabe Nr. 11, April 2001 - November 2001 I zurück I
Ginnheimer Agenda 21
Agenda 21: was nötig ist, um die Welt zu retten, kann und muß in kleinem Maßstab - auf Stadtteilebene - gefunden werden. Men-schen bringen sie in Gefahr, und nur Menschen können unserer Erde helfen. Unter dem Motto: "Es gibt viel zu tun, packen wir es an!!!" hat eine Gruppe Ginnheimerinnen und Ginnheimer Pläne entwickelt, wie das Leben hier im Stadtteil lebenswerter werden könnte. Zwei Arbeitsgruppen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und dem Nach-BarschaftsZentrum präsentierten im Dezember 2000 erste Entwürfe. Wer mitarbeiten möchte, wendet sich ans NBZ.
Ein Papier zum Radfahren stellt fest, dass Ginnheim für das umweltfreundliche Verkehrsmittel durchlässiger werden muß, und dass manche Strecke geradezu lebensgefährlich ist. - Für Abhilfe gibt es konkrete, preiswerte Vorschläge. Hoffentlich finden sie ein offenes Ohr bei der Verwaltung, damit Ginnheim hilft, das global bedrohliche Ozonloch ein wenig zu verkleinern.
"Ein Café für Ginnheim" könnte zu einem sozialen Treffpunkt in unserem Dörfchen werden; es ziehen immer mehr Menschen hierher, es fehlt ein Ort des Kennenlernens. - Ideen gibt es, aber es wird ein steiniger Weg bis zur Eröffnung; noch fehlen Gebäu-de, Personal, Finanzierung ... Die Aufgabe lohnt, denn freundliche Menschen sind nettere Nachbarn.
"Ein Wochenmarkt für Ginnheim" fehlt hier vielen Leuten. Auf die Frage "Wo?" wurden mehrere Standorte geprüft. Am besten wäre wohl der Platz unter der Brücke in der Franz-Werfel-Straße. Das Marktgeschehen dort könnte die Menschen aus den getrennten Wohnquartieren beim Einkauf zusammenführen und Leben an einen öden Platz bringen. Die Stände wären im Trockenen und bräuchten nur ein wenig Beleuchtung, die dem Ort sowieso gut täte. Konkurrenz zu anderen Geschäften wäre kaum zu befürch-ten. Hoffentlich veranlassen die vielen guten Gründe die Frankfurter Marktbetriebe zu raschem Handeln.
"Lebenswertes Ginnheim - lebenswerte Housings" heißt eine weitere Untersuchung im Rahmen der Agenda 21. Da geht es um konkrete Vorschläge, wie der Ghettoisierung der Housings entgegengewirkt werden könnte. Denn die Housings sind nicht ganz so I.d.e.a.L., wie die Neuzugezogenen anfangs gehofft hatten. Sie sind eher eine soziale Gemeinschaft auf der Kippe, wenn jetzt nicht ganz schnell gehandelt wird. Die Bewohner-/innen selbst tun in Stadtteilarbeitskreis, Schulelternbeirat und Förderverein der Astrid-Lindgren-Schule ihr Möglichstes, aber sie brauchen professionelle Unterstützung und Räume für ihr Engagement.
Noch sind die Housings eine reine Schlaf- und Wohnsiedlung, es fehlt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an fast allem, was "Alt-Ginnheim" l(i)ebenswert macht (zum Teil aber auch dort knapp ist). Selbst um Briefkästen bemüht man sich in den "Housings" seit Jahren vergeblich. Eigentlich kein Wunder, dass die Leute Schwierigkeiten haben, sich mit ihrem Stadtteil zu identifizieren, dass viele wieder weggezogen sind, dass es bei mangelnder Kommunikation Streit gibt, dass Kinder und Jugendliche auf der Straße "herumlungern".
Am besten wäre ein qualifizierter Quartiersmanager, der sich in einem Sozial- und Kulturzentrum der Probleme annimmt und die verschiedenen Aktivitäten bündelt und lenkt. Das Zentrum könnte viele Funktionen übernehmen: Cafe, Kursangebot, Internetcafé, betreute Jugendarbeit, Mittagstisch, Mütter-treff, Theater, Kino, Gruppenräume, Disco, Musikübungsräume. Aber auch Krabbel-stube, Hausaufgabenhilfe und Bücherei wären dort sinnvoll untergebracht. Und ein Sozialrathaus, Ansprechstelle der Woh-nungsgesellschaften, Ausländer-, Konflikt- und Schuldnerberatung, Arbeitsamt und Kinderbüro hätten unter diesem Dach eine gute Adresse. Einen Standort hat sich die Arbeitsgruppe auch gleich ausgeguckt: das Schulgebäude in der Platenstraße! -
Zur Verwirklichung sind Politiker- und Bürger-/innen gefordert.
Kontakt NBZ: Monika Westmeyer, Tel.+Fax 53 05 66 79.