Ginnheimer Blättche aktuell, Ausgabe Nr. 14 - November 2002 bis Ostern 2003 I zurück I

B 865: Neues vom U-Bahn-Bau
Sie wird erst einmal nicht dem Sparzwang geopfert. Im Stadtbahnbauamt wird fleissig weiter dran gearbeitet. Der Magistrat berichtete dem Ortsbeirat 9 am 16.8.2002:
„1. Die A-Strecke ist schon heute in den Spitzen-verkehrszeiten sehr hoch belastet. Auf der Linie U2 verkehren schon heute aus Kapazitätsgründen zeitweilig 4-Wagen-Züge. Alle drei Linien: U 1, 2 u. 3 verkehren in der Hauptverkehrszeit jeweils im 7,5 Min.-Takt. Somit ist auch eine nennenswerte Taktverdichtung auf der A-Strecke nicht mehr möglich.
Wenn sich der Schwerpunkt der J.-W.-Goethe-Universität mehr und mehr zum Bereich Grüneburgplatz hin verschiebt, ist mit weiter steigender Verkehrsnachfrage auf der A-Strecke zu rechnen.
Vor diesem Hintergrund stellt die geplante D-Strecke/Linie als zweite Nord-Süd-Nahverkehrsachse eine wichtige und notwendige Ergänzung und Verkehrsentlastung für die A-Strecke dar, nicht zuletzt, wenn dann auch noch das Verkehrsaufkommen der zukünftigen Bebauung auf dem Riedberg mit abzuwickeln sein wird.
2. Für die durchgehende Verbindung der D-Strecke von Bockenheimer Warte über Ginnheim, Nordweststadt und Riedberg bis zur Einmündung in die A-Strecke und bei einem durchgehenden Linienbetrieb über diese Strecke von Nieder-Eschbach über den Hbf. bis zur Seckbacher Landstrasse hat sich ein gesamtwirtschaftlicher Nutzen-Kosten-Quotient von 2,09 ergeben. D.h., der Nutzen einer solchen Massnahme ist mehr als doppelt so hoch wie die erwarteten volkswirtschaftlichen Kosten. (Voraussetzung für eine Förderung nach Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz/GFVG ist ein Wert grösser als Eins.)
Dem errechneten Ergebnis liegt bereits die Annahme zugrunde, dass sich die Universität mit ihrem Schwerpunkt in Richtung Grüneburgplatz verschieben wird, und zwar bis zum Stichjahr 2015 um mehr als 25 %. Proberechnungen mit höheren Verlagerungsanteilen der Universität von der Bockenheimer Warte zum nördlichen Westend sind nicht durchgeführt worden. Der Magistrat erwartet selbst bei einer 100%igen Verlagerung der Universität nicht, dass der Nutzen-Kosten-Quotient der D-Strecke unter Eins absinkt: denn die von der Universität eines Tages an der Bockenheimer Warte geräumten Flächen werden in Anbetracht ihrer attraktiven Lage danach ganz sicher nicht weniger intensiv genutzt werden als heute.“
Die SPD im Ortsbeirat hat den Bericht B 865 vom 16.8.02 in seiner September-Sitzung 2002 „zur Kenntnis genommen“, das heisst, sie fand ihn in Ordnung.
Den Bürgerinnen und Bürgern wurde vor Jahren versprochen, dass das Zustandekommen des Nutzen-Kosten-Quotienten in einer öffentlichen Sitzung erklärt wird. Wir haben den jungen Ortsvorsteher und die dienstälteren Mitglieder des Ortsbeirats in dieser 14. Sitzung daran erinnert. Von der Nachvollziehbarkeit der komplizierten Berechnung hängt für Ginnheim viel ab.
Die Römer-PDS beantragte am 17.09.2002:
„Von Offenbach bis zum Riedberg mit der Linie 16 statt hoher Kosten für eine neue U-Bahn-Linie?
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Es soll geprüft werden, ob die heutige Straßenbahnlinie 16 die geplante U-Bahn zum Riedberg und den unterirdischen Teil dieser D-Strecke zwischen Bockenheim und Ginnheim überflüssig machen kann. In diese Prüfung sollen alle denkbaren Maßnahmen einbezogen werden, die der Straßenbahn Vorfahrt vor dem motorisierten Individualverkehr einräumen. Bei der Abwägung soll ferner die erhöhte Beförderungskapazität von modernen Straßenbahnen mit Anhängern (vgl. Köln) berücksichtigt werden.“
Was die Stadtverordnetenversammlung im November 02 (oder später) dazu beschliesst, erfahren Sie aktuell unter www.ginnheim.com und im Ginnemer Blättche Nr. 15.
Die gleiche Forderung stellt übrigens die Initiative „Frankfurt 22“ (Klaus.Gietinger@arcor.de).

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