Ginnheimer Blättche aktuell, Ausgabe Nr. 15 - April 2003 bis Herbst 2003 I zurück

U-Bahn Bockenheim-Ginnheim unsinnig und finanziell nicht tragbar

Die Stadt Frankfurt muß sparen. Die Initiative Frankfurt 22 zeigt auf, wo extrem viel Geld gespart kann. Beim U-Bahnbau zum Beispiel.

Die sogenannte D-Strecke von Bockenheim nach Ginnheim – schon vor Jahren heftig umstritten - wurde inzwischen verkehrspolitisch unsinnig, da sich die Voraussetzungen entscheidend geändert haben.

Im Ergebnisbericht der Stadt Frankfurt (1996) zur Fortschreibung des Generalverkehrsplanes ist eine Straßenbahnverbindung zum Riedberg als verkehrlich äußerst sinnvoll und von hohem Nutzen dargestellt.

Es wurden zwei wesentliche Argumente für die U-Bahn und gegen die Straßenbahn angeführt:
Die Verbindung der beiden Uni-Standorte Riedberg und Bockenheim

Die Nichtkoppelbarkeit der Frankfurter Niederflurbahn (daher war sehr dichter Takt erforderlich).

Beides hat sich geändert. Die Uni wurde von Bockenheim in den Poelzig-Bau verlagert, und die VGF will eine komplett neue Flotte (60 Stück) von traktionsfähigen Straßenbahnen bestellen (die ersten sollen 2003, die letzten 2007 ausgeliefert werden, siehe: FR vom 28.11.2001, FNP vom 29.11.2001).

Die Kosten betragen laut dem Bericht der Stadt von damals das 3,5fache (!) einer Straßenbahnverbindung.

Ob die bisherige Entwicklung des Riedbergs (Ein- und Zweifamilienhäuser) einen U-Bahn-Anschluss notwenig macht, sei dahingestellt. Hinzu kommt, dass:

Auch ist es wenig behindertengerecht und widersinnig, die ab Ginnheim und bis zur Endstation Riedberg oberirdisch geplante U-Bahn mit den dazu unbedingt erforderlichen hohen Bahnsteigen und deren unverkennbare Trennwirkung (Negativbeispiel ist die U1,2,3) mit dreistelligen Millionensummen voranzutreiben.

Die Initiative Frankfurt22 ersucht die Stadt Frankfurt in Anbetracht der angespannten Finanzlage und der geänderten Rahmenbedingungen, auf den Bau der U-Bahn Bockenheim-Ginnheim zu verzichten. Statt dessen sollte die jetzige Linie 16 (oder 19) zum Riedberg zu verlängert und (besonders an der Messe) der Straßenbahn Vorfahrt vor dem motorisierten Individualverkehr gewährt werden.

Klaus Gietinger, Sprecher der Initiative Frankfurt22

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