Ginnheimer Blättche aktuell, Ausgabe Nr. 16 - Weihnachten 2003 bis Ostern 2004 I zurück

Kosten-Nutzen-Analyse für die U-Bahn
Seit ca. 4 Jahren versprochen, wurde sie den Bürgerin-nen und Bürgern noch immer nicht vorgestellt, wie die Ingenieure des Stadtbahnbauamts in der Februarsitzung 2003 dem Ortsbeirat 9 mitteilen mussten. Das Frankfurter Amt hat die umfangreichen Unterlagen vor 2 Jahren nach Wiesbaden geschickt, da liegen sie noch heute.

Inzwischen ist viel Wasser die Nidda runtergelaufen. Wir fragten die planenden Ingenieure, wie wohl die Veränderungen der letzten Zeit in die Kosten-Nutzen-Rechnung eingehen. Aber damit hat man kein Problem. Die Berech-nung läuft nach einem bundeseinheitlich vorgeschriebenen Schema, das mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat.

Da macht es nichts aus, dass die Studenten gar nicht mehr von Bockenheim, sondern vom Poelzig-Bau (nahe Holzhausen-/Eschersheimer Landstrasse) zum Nieder-urseler Hang müssen. Auch die mit den Jahren steigenden Baukosten spielen keine Rolle in der Kosten-Nutzen-Analyse. In die Rechnung geht auch nicht ein, dass moderne Niederflurwagen (anders als 1996) den Job einer oberirdischen Linie gut – und billiger als eine U-Bahn – erfüllen können. Und die Regionaltangente West, die ge-plante Bahnlinie vom Nordwestzentrum über Sossenheim/Höchst zum Flughafen, ist noch viel zu sehr Vision, als dass sie in dem U-Bahn-Konzept Platz hätte.

Die D-Linie von Bockenheim nach Ginnheim ist die einzige U-Bahn-Linie, die immer noch im Haushalt von Stadt, Land und Bund steht. Die Finanzierung ist gesichert.

Die Stadtbahn-Planer tun nur, was die Stadtverordneten ihnen 1996 (erneut) aufgetragen haben. Da müsste schon ein neuer Beschluss unseres Stadtparlaments her. Also, wir Ginnheimer fänden es nicht peinlich, wenn beschlossen würde, die überalterte Konzeption zu überarbeiten. Unfassbar fänden wir es, wenn die Pläne ohne Anpassung an die heutigen Realitäten weiterverfolgt würden.

Leider wurde ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion im Oktober 2003 von den beiden grossen Parteien im Stadtparlament abgelehnt.

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