Ginnheimer Blättche aktuell, Ausgabe Nr. 21 - Ostern 2005 bis November 2006 I zurück
Neues aus der Schaltzentrale
Seitdem die Gehirnforscher mit Hilfe moderner Kernspintomographie in unseren Kopf gucken können, haben sich die Erkenntnisse darüber, wie wir „ticken“, grundlegend geändert. Glaubte die Wissenschaft bis vor einigen Jahren noch, dass einmal angelegte Reaktionsmuster im Gehirn auf immer und ewig festgeschrieben sind, wissen wir heute, wie flexibel unsere Schaltzentrale auch im fortgeschrittenen Alter noch auf neue Impulse reagieren kann. Es ist tatsächlich nie zu spät, Veränderungen im Verhalten und Denken herbeizuführen.
Wer den Dokumentarfilm „What the Bleep do we (k)now“ gesehen hat, weiß, dass die Welt wie wir sie wahrnehmen und auf sie reagieren, zum größten Teil von unserer Kultur und Erziehung, unseren Erfahrungen, Erwartungen und Gefühlen bestimmt ist.
Vorausgesetzt, wir benutzen die richtigen Techniken, können wir im Frontallappen unseres Großhirns ein Areal aktivieren, das der Gehirnforscher Professor Wolfgang Miltner (Uni Jena) als „Zentrum für neue Erfahrungen“ bezeichnet. Es sitzt überraschenderweise (?) genau da, wo der Volksmund vom „Dritten Auge“ spricht also auf der Mitte der Stirn oberhalb der Nasenwurzel. Wird dieses Zentrum aktiviert, können alte Synapsen im Gehirn entkoppelt werden und neues Denken und Verhalten entstehen.
Autogenes Training und Meditation sind solche Techniken, aber auch ein bewusst herbeigeführter Trance- bzw. Hypnosezustand. Oder anders ausgedrückt: Fokussierung der Aufmerksamkeit bei gleichzeitiger tiefer Entspannung - und nichts anderes ist Trance/Hypnose kann uns helfen, den Blick auf unsere Welt zu verändern und unser Leben positiv zu beeinflussen.
Gabriele Seynsche, Diplom-Psychologin
Klinische Hypnotherapeutin, Psycho- und Körpertherapie