Schlaf-Rhythmus
(fl) Der Schlaf vor Mitternacht sei der Beste, wusste die Großmutter: Kinder mussten früh zu Bett während die Erwachsenen aufbleiben durften. Nur Schikane?
Der Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley hat im Labor herausgefunden, dass die Tiefe des Schlafs sich ständig ändert: von leichtem Schlummer mit Farb- und Formenbildern über Tiefschlaf bis Traumphase mit schnellen Augenbewegungen und Halbschlaf. Deshalb wirken nächtliche Störungen auch so unterschiedlich: manchmal schlafen wir längere Zeit nicht mehr ein, wenn uns ein Flugzeug geweckt hat, und nehmen manchmal nicht einmal einen lauten Knall wahr.
Dieser Schlafrhythmus läuft alle 90 Minuten ab, während sich das Immunsystem mit Hochdruck erneuert. Zwischen 3 und 4 Uhr früh schaltet der Körper dann auf „Tagbetrieb“, Ende der Erholungsphase. Bis dahin brauchen wir mindestens 3 Tiefschlaf-Phasen, um unsere Widerstandskraft auf Dauer zu erhalten.
So hatte die Oma doch ein bisschen Recht, auch wenn sie die Zusammenhänge nicht so genau kannte, als Antibiotika noch nicht im Einsatz waren. Sie wünschte für ihre Enkel mehr Tiefschlaf-Phasen, damit sie Abwehrkraft entwickeln sollten gegen all die Kinderkrankheiten.
Sozusagen springt gegen Morgen unsere Heizung an, und es ist ganz normal, dass uns unter einer dicken Decke (zu) warm wird. Auch dagegen nützt ein Oma-Hausmittel: wie bei zu hohem Fieber ihre kalten Wadenwickel halfen, genügt es meist, die Füße ein paar Minuten lang unter der Decke hervorzustrecken, um den Körper auf eine angenehm schlaffördernde Temperatur herunterzukühlen.
Prof. Dr. Jürgen Zulley: „Mein Buch vom guten Schlaf“